KONZEPT

Ein Integrations- und Motivationskonzept durch den Box- Sport bei des Telekom Sport SV Münster e.V.

Besonderheiten des Boxens

Der Boxsport vermittelt, im Vergleich zu anderen Sportarten, die Schlüsselqualifikationen, die für die Berufs- und Lebensbewältigung von großer Bedeutung sind:

  • Selbstdisziplin ist für diese Kampfsportart eine Grundvoraussetzung, um erfolgreich  zu sein
  • Respekt vor den Fähigkeiten und der Persönlichkeit des Gegners und des Trainingspartners
  • Umgang mit Erfolg und Niederlage
  • konstruktiver Umgang mit der eigenen Aggressivität.

Besonderheiten des Box- Sports bei Telekom Sport SV Münster e.V.

  • Kernpunkt des Box Sports bei Telecom ist die Mission: fordern und fördern. Der Sportler muss, durch seinen sportlichen Einsatz, seinen Trainingsfleiß und durch einen disziplinierten Lebensstil eine Vorleistung erbringen. Wenn er diesen Anforderungen bewusst durch seine eigene Entscheidung gerecht werden will, erhält er eine sportliche, schulische, familiäre und gesellschaftliche Förderung.
  • Sportliche Ziele sind der Motor zur eigenen Motivation. Dieser Motor soll auch Entwicklungen im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich des Sportlers auslösen. Deshalb werden die sportlichen Ziele zum Beispiel mit Leistungszielen in der Schule oder persönlichen Zielen (z.B. Rauchen reduzieren) eng verknüpft.
  • Der Boxsport bei Telekom Post S.V. Münster e.V. nutzt die vorhandenen Netzwerke, um die jungen Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern. Dazu gehören Kontakte zu den Lehrern, Ausbildern, kulturellen Einrichtungen und potentiellen Arbeitgebern.
  • Die Förderung der Sportler darf kein Strohfeuer sein, das nach einer Phase der Begeisterung wieder erlischt. Ziel ist es, die Sportler durch das Boxen nachhaltig zu einer gewandelten Lebensführung zu bringen. Die anfänglich notwendige enge und strenge Führung muss durch eine allmählich wachsende eigenverantwortliche Selbststeuerung abgelöst werden. Da die Gefahr eines Rückfalls in unerwünschte Verhaltensweisen aufgrund des sozialen Hintergrunds der Sportler permanent besteht, wird die Begleitung der Sportler durch das Boxen immer notwendig aber auch möglich sein.

Das Netzwerk

Da die Mehrzahl der gegenwärtigen Boxer Schüler ist, steht die Verknüpfung von boxerischen und schulischen Leistungen im Vordergrund. Dazu soll ein enger Kontakt mit den Lehrern helfen; Ziele im Boxen üben für schulische Ziele eine Hebelwirkung aus. Neben der Schulzeit benötigen viele Schüler die Möglichkeit, sich Geld dazu zu verdienen. Andere brauchen ein Praktikum oder nach Abschluss der Schule eine Lehrstelle. Bestehende Netzwerke auf Arbeitgeberseite sollen dazu verstärkt genutzt werden. Um eine sportliche und soziale Nischenbildung zu vermeiden, bietet der Verein sportartübergreifend Aktivitäten an. Sozialpädagogische Erfahrungen mit den anderen Sportarten werden für die Integration der Boxer genutzt. Der Boxsport soll auch der Motor zur sozialen Integration sein. Das städtische Umfeld liefert eine Vielzahl von Möglichkeiten, an kulturellen Angeboten teilzunehmen oder sich sozial zu engagieren. Eine solche Partizipation kann als Anreiz mit Boxzielen verzahnt werden. Bei allen Leistungen gilt das do it – Prinzip. Bestehende Angebote und Netzwerke sollen dabei genutzt werden.
Gerade wenn es um die sozialen und integrativen Aktivitäten geht stößt der Verein schnell an Grenzen, deshalb ist auch Hilfe von Ehrenamtlichen notwendig. Durch die Ausrichtung der Box-Abteilung als eine Familie (vorgelebter Ansatz des Trainers) bringen sowohl die Eltern als auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einen Teil dieser ehrenamtlichen Tätigkeit auf.
Ihr Engagement stößt bei den Boxern auf eine große Akzeptanz.

Die Zukunft

Die Box-Abteilung der Telekom Post SV Münster e.V. hat in den letzten Jahren durch die Unterstützung des Vorstandes eine erfreuliche Entwicklung durchlaufen. Der Erfolg war im hohen Maß vom Engagement des Trainers bestimmt. Er hat die Box-Prinzipien formuliert und vorgelebt. Durch sein Vorbild und die konsequente Anwendung vereinbarter Regeln besitzt er eine hohe Akzeptanz. Der erreichte Erfolg soll für die Zukunft gesichert und, wenn möglich, ausgebaut werden, durch:

  • differenzierte Betreuung der Box -Sportler
  • Angebot eines Mittagstisch im Sportverein
  • Intensivierung der Kontakte zu Lehrern und Schulen des Stadtteils
  • Auswahl kultureller Anreize
  • persönliches Coaching der Boxer
  • Hilfen bei der Suche nach Jobs/Praktika/Lehrstellen
  • Hausaufgabenbetreuung

Ziel ist es, ein stabiles, nachhaltiges Betreuungssystem zu entwickeln, das die Stärkung des Selbstbewusstseins einzelner über das Boxen vermittelt und den Sportlern das Gefühl gibt, in der Gemeinschaft durch eigene Anstrengungen Anerkennung und Wertschöpfung erfahren zu können.

Aktuelle Entwicklung (Stand September 2013)

Seit der Eröffnung der neuen Boxhalle Ende Juni 2013 haben sich für das Projekt einige wenige Veränderungen ergeben, die im Rahmen des Konzeptes berücksichtigt werden und in den Augen aller positive Entwicklungen unterstützen werden.

Die eigens erbaute Boxhalle bietet den Kindern und Jugendlichen eine größere Sportfläche inklusive eines eigenen Boxrings. Neben den sportlichen Vergrößerungen lagen den Initiatoren des Projekts aber vor allem auch die Räumlichkeiten zum Lernen sehr am Herzen. Daher sind in dem neuen Gebäude eigens zwei Räume zum Lernen eingerichtet worden, so dass das Prinzip „Fordern und Fördern“ weiterhin konsequent verfolgt wird.

Die neue Boxhalle dient u.a. als Landesstützpunkt und in Zukunft als Bundesstützpunkt für Nachwuchs, was auch bedeutet, dass externe Leistungsträger in den Räumlichkeiten anzutreffen sind. Diese kommen nun mehr nicht mehr aus dem nahen Umfeld der Boxhalle, sondern werden auf Grund ihres Leistungsstandes angeworben. Sie stellen je doch für das Konzept keine Ausnahme dar. Auch für sie gilt Fordern und Fördern. Sie dienen den Nachkömmlingen als Vorbild und sind ebenso wie die längerfristigen Teilnehmer verpflichtet sich an die Grundregeln des Konzepts zu halten und neben sportlichem Ehrgeiz und Disziplin ebenso Wert auf ihre ausbildungsbezogenen Leistungen zu legen.